Covid19 Update Pädiatrie/Onkologie – 27.06.2020

Prof. Berger Pädiater Dresden

Prof.Bokemeyer Onkologe Hamburg

Eingangs wieder ein allgemeiner Überblick von Prof.Sarrazin/Wiesbaden:

Dzt 192000 Fälle Covid in D insgesamt.

Die Zahl der aktiven Infektionen auf Grund der Entwicklung in den letzten Tagen von 4754 wieder auf 6352 gestiegen.
auch die Zahl der täglich neuen Fälle wieder im Ansteigen.
auf der Karte zeigt sich, dass in D derzeit nur lokale Wellen in einem Zentrum(Gütersloh) existieren.

Medikamentenüberblick:
dzt fast 30000 Publikationen im Preprint zu finden, als ein Überangebot, wo einige dann medial zitierten Arbeiten sich dann als unseriös herausstellen.(

Dzt Aussagen zu drei Medikamenten:
a; Redemsivir
b; Hydroxychloroqin
c; Dexamethason

Ad b: in 3 großen Studien zeigte sich bei der Mortalität keine Wirkung
Die NW spielten aber eine starke Rolle
In einer Recoverystudie zeigte sich kein Unterschied zu anderen Therapien.
Daher wurde seitens der WHO die Empfehlung zurückgenommen

Ad a: auch 3 große Studien
es sinkt zwar die Viruslast bei Behandelten, aber kein Einfluss auf die Mortalität in den ICU-Fällen
In der Recoverystudie ein Verkürzen der Erkrankungsdauer von 15 auf 11 Tage
Zusammenfassend ist ein eher frühzeitiger Einsatz in nicht schon schweren Fällen zu empfehlen

Ad c: Große Studie in UK mit 2000 Patienten
Dabei konnte bei den hospitalisierten Pat die Mortalität um 35% gesenkt werden

Genetische Prädisposition:

1; Blutgruppe A erhöht das Infektionsrisiko. Blutgruppe 0 dämpft dieses.
Im Rahmen der Sequenzierung konnte durch Veränderungen bestimmter Gen Positionen das Risiko einer Beatmungsnotwendigkeit verstärkend gesehen werden.

KLIMAANLAGEN.

Erste Analysen aus den großen Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen, aber auch aus den USA zeigen, dass normale Klimaanlagen durch Kühlung zu einer besseren Haltbarkeit des Virus führen und damit zu einer deutlich stärkeren Verbreitung. Sollten daher wie OP-Klimaanlagen gewartet und gereinigt werden.

PÄDIATRIE PROF BERGER
verweist eingangs auf die erfreulich geringen Fallzahlen bei Kindern, dzt etwa 150 pos. Fälle in D

Im Zusammenhang mit Covid-Infektionen bei Kindern ist ein neues Krankheitsbild, dass etwa 2-3 Wochen nach dem Höhepunkt der COVID Infektion auftritt, gefunden worden.
PIMS= Pädiatory inflammatory multisystem Syndrom
ähnelt dem Kawasaki Syndrom.

In F fanden sich bis dato 156 Fälle, davon waren 50% Covid positiv. Finden sich im alter von 8-18a.
Mit hoher kardialer Beteiligung=Myokarditis

Tritt häufiger auf als das Kawasaki-Syndrom 20/100000 zu 5/100000.

Die Rolle der Kinder als Überträger ist als gering anzusehen. In der Lombardei fanden sich nur 0,8% aller Fälle bei Kindern.

Auch in Genf in einer Seroprävalenzstudie blieb e Wert für Kinder unter einem %

Übertragung in Schulen:

Große australische Studie zeigt, dass dies nur in geringem Umfang der Fall. Und zwar weder in der high School noch in der Primary School
Somit kann man derzeit annehmen, dass Kinder und Jugendliche sowohl bei der Übertragung als auch Weitergabe nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Allerdings empfiehlt Berger für den Herbst eine Überarbeitung der Betriebskonzepte für Schulen.

Der Besuch der Enkel bei den Großeltern sieht er daher nicht als so gefährlich, das Risiko erhöhen höchstens die begleitenden Eltern

Onkologie Prof.Bokemeyer

Primär verweist er darauf, dass sich bei Pat., die unter einer Chemotherapie eine COVID Infektion erleiden, nach Abklingen keine Antikörper bilden!

Eine große Studie, die die Mortalität bei Tumor Patienten (22% hämatologisch,82% solide Tumoren) vergleicht, zeigt dass sich diese von 13% nach Covid auf 25% erhöht. Auch progrediente Tumoren erhöhen deutlich die Mortalität.

Eine zweite Studie über BronchusCA und Covid (Teravolt) zeigt, dass die Mortalität auf 35,5% steigt.

Die Prognose nach einer Chemotherapie in den letzten 3 Monaten ist deutlich schlechter.
Erfolgte eine immunonkologische Therapie, ist keine Verschlechterung zu befürchten

Hinsichtlich Infektiosität verweist er auf sehr hohe Virustiter bei hämatologischen Fällen

Als Kollateralschaden verweist er, dass die wichtige Diagnostik durch Covid um 50% reduziert war.

Zunehmend finden sich daher progrediente Stadien

Prof.Dr.Hrabcik

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